Zusammenfassung der wöchentlichen Neuerungen im Außenhandel im Zeitraum 29.06.2026-05.07.2026
| Topic | Bereich | DATUM |
|---|---|---|
| Onlineverpflichtung ab 1. Oktober 2026 für EORI-Formulare im Bereich Allgemeines Zollrecht Ab 1. Oktober 2026 wird die Online-Beantragung von EORI- und Niederlassungsnummern über das Zoll-Portal verpflichtend; dies gilt auch für Änderungen der Stammdaten gemäß Artikel 6 Absatz 1 des Unionszollkodex. Unternehmen und Privatpersonen müssen sich dafür frühzeitig mit einem ELSTER-Konto, eIDAS-Zertifikat oder BundID im Portal registrieren, da die Bearbeitung Zeit in Anspruch nimmt. |
Zoll | 29.06.2026 |
| ATLAS-Teilnehmerinformation 0970/26 - ATLAS-Einfuhr: Abschaffung der Zollbefreiung für Sendungen mit geringem Die EU hebt die Zollbefreiung für Sendungen unter 150 Euro zum 1. Juli 2026 auf; ab diesem Datum wird in den ATLAS-Fachverfahren IMPOST, ZB, AEGZ und NEE eine pauschale Einfuhrzollgebühr von 3 Euro pro Position für entsprechende Zollanmeldungen erhoben. Diese Änderung betrifft alle Sendungen, deren Zollanmeldung ab dem 1. Juli 2026 0:00 Uhr eingereicht werden. |
Zoll | 30.06.2026 |
| Regionales Übereinkommen: Inkrafttreten des revidierten Regionalen Übereinkommens über Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzregeln am 1. Januar 2025; Ende des Übergangszeitraums mit dem 31. Dezember 2025 Aktualisierte Informationen (Stand 1. Juli 2026) Das revidierte Regionale Übereinkommen über Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzregeln ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten und der Übergangszeitraum endete am 31. Dezember 2025. Seitdem gilt im PEM-Raum zwischen zwei Vertragsparteien jeweils nur noch ein anwendbares Abkommen für Ursprungsregeln – entweder das revidierte oder das alte RÜ – mit Ausnahme von Ägypten und der Türkei, die beide parallel anwenden. Dies führt zu Änderungen bei der diagonalen Kumulierung und der Anerkennung von Präferenznachweisen, die in einer regelmäßig aktualisierten Matrix der Europäischen Kommission dokumentiert werden. |
Zoll | 01.07.2026 |
| Warenverkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika - Anwendung von Präferenzen ab dem 1. Juli 2026 Ab dem 1. Juli 2026 gelten neue Zollpräferenzen für Waren aus den USA gemäß der Verordnung (EU) 2026/1455, die aus dem "Turnberry-Deal" von August 2025 resultieren. Unternehmen müssen den Ursprung von US-Waren nach nichtpräferenziellen Ursprungsregeln nachweisen und belegen, dass diese direkt aus den USA in die EU transportiert wurden. Im ATLAS-Verfahren können die ermäßigten Zollsätze mit speziellem Präferenzcode und neuer Dokumentcodierung "U190" beantragt werden. |
Zoll | 01.07.2026 |
| Aktualisierung fachlicher Codelisten EMCS Die Generalzolldirektion stellt aktualisierte fachliche Codelisten für Zoll- und Verbrauchsteueranwendungen bereit, die in TSV- und XML-Formaten verfügbar sind und regelmäßig angepasst werden. Die Codelisten umfassen standardisierte Codes für Länder, CN-Codes, Verbrauchsteuerprodukte, Transportmittel und weitere Handelsparameter mit Gültigkeitsdaten zwischen Februar und Juni 2026. Historisierte Versionen mit abgelaufenen Codes sind ebenfalls downloadbar, um Nachverfolgung und Compliance sicherzustellen. |
Zoll | 01.07.2026 |
| Aktualisierung: Handbuch Ausfuhrgenehmigungen, Genehmigungscodierungen, elektronische Abschreibung Das Handbuch der deutschen Zollverwaltung erläutert die elektronische Abschreibung und die Nutzung von Genehmigungscodierungen im ATLAS-Ausfuhrverfahren. Es dient als praktische Arbeitsgrundlage für genehmigungspflichtige Ausfuhren und wird regelmäßig aktualisiert. |
Zoll | 02.07.2026 |
| Aktualisierung: Liste aller Online-Dienstleistungen und veröffentlichten Formulare Die deutsche Zollverwaltung hat eine aktualisierte Liste aller Verbrauchsteuerformulare (Energiesteuer, Alkoholsteuer, Tabaksteuer u.a.) veröffentlicht, die seit Mai 2024 regelmäßig mit den neuesten Änderungen gepflegt wird. Im Juli 2026 wurden sechs Formulare (1101, 1139, 1247, 1422a, 1422az, 2728) angepasst, wobei es sich um textliche Überarbeitungen oder Layout-Anpassungen zur Barrierefreiheit handeln kann. Steuerpflichtige können die Formularliste als Newsletter oder RSS-Feed abonnieren, um über Aktualisierungen informiert zu bleiben. |
Zoll | 03.07.2026 |
| Stahlinstrument - neue zusätzliche Zölle auf Stahlerzeugnisse Die EU führt zum 1. Juli 2026 mit Verordnung (EU) 2026/1384 neue zusätzliche Zölle von 50 % auf bestimmte Stahlerzeugnisse ein, um globale Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt einzudämmen. Die Zölle gelten zusätzlich zu anderen Abgaben, wobei für jede Warengruppe Zollkontingente im Windhundverfahren zur Verfügung stehen, innerhalb derer zollfrei importiert werden kann. Das Stahlschutzinstrument ersetzt die bisherigen Maßnahmen nach Verordnung (EU) 2029/159, die am 30. Juni 2026 auslaufen. |
Zoll | 03.07.2026 |
| ATLAS-Teilnehmerinformation 0973/26 - ATLAS-Einfuhr: TARIC/EZT – Warenverkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika Die EU gewährt ab 1. Juli 2026 ermäßigte Zollsätze auf Waren mit Ursprung aus den USA gemäß Verordnung (EU) 2026/1455. Importeure müssen die Präferenzursprünge mit den Nachweisen U190 (Ursprungsnachweis) und 7HHF (Direktbeförderung) anmelden und Begünstigungscodes ab „3" oder „32" bei Kontingenten verwenden. |
Zoll | 03.07.2026 |
| Neues Informationsblatt der Europäischen Kommission: Tatsächliche Werte oder Standardwerte in der CBAM-Erklärung Die Europäische Kommission hat am 2. Juli 2026 ein Informationsblatt zum CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) veröffentlicht, das registrierten CBAM-Anmeldern Orientierung bei der Wahl zwischen tatsächlichen Emissionswerten und Standardwerten gibt. Das Blatt enthält einen Entscheidungsbaum zur korrekten Anwendung beider Varianten und bereitet Importeure auf die künftige Nutzung verifizierten Emissionsdaten vor. |
DEHSt | 02.07.2026 |
| New E-commerce duty for small packages set to increase fairness for EU businesses and safety for consumers Die EU schafft ab 1. Juli 2026 die Zollbefreiung für E-Commerce-Pakete unter 150 Euro ab und führt stattdessen einen pauschalen Zoll von 3 Euro pro Artikel ein. Die Maßnahme soll faire Bedingungen für EU-Unternehmen schaffen und Verbrauchersicherheit erhöhen, da über 60% der importierten Billigwaren nicht den EU-Standards entsprechen; ab November 2026 werden zudem Produktkennzeichnungen (PIDs) zur besseren Kontrolle verpflichtend. |
TAXUD | 01.07.2026 |
| Commission adopts amendments to the Union Customs Code Implementing Act to streamline the application of non‑preferential rules of origin Die EU-Kommission hat am 1. Juli 2026 Änderungen der Zollkodex-Durchführungsverordnung (UCC-IA) in Kraft gesetzt, um die Anwendung nichtpräferenzieller Ursprungsregeln zu vereinfachen. Die Änderungen ermöglichen die Verwendung elektronischer Ursprungszertifikate im ELAN-System für Agrarprodukte und führen für US-amerikanische Waren neue Anforderungen zur Kontrolle des direkten Transports und der Unverfälschtheit ein, um die Anwendung angepasster Zölle und Zollkontingente durchzusetzen. |
TAXUD | 02.07.2026 |
| Commission Implementing Regulation (EU) 2026/1373 of 22 June 2026 imposing a definitive anti-dumping duty and definitively collecting the provisional duty imposed on imports of 1,4-Butanediol originating in the People’s Republic of China, the Kingdom of Saudi Arabia and the United States of America EU verhängt endgültige Antidumpingzölle auf 1,4-Butandiol — Die EU-Kommission führt mit Durchführungsverordnung (EU) 2026/1373 vom 22. Juni 2026 endgültige Antidumpingzölle auf Einfuhren von 1,4-Butandiol aus China, Saudi-Arabien und den USA ein. ⚡ China trifft es am härtesten: bis zu 113,7% (Wanhua), USA bis 142,5%, Saudi-Arabien 52,4%. 📅 Inkrafttreten am Tag nach Veröffentlichung im Amtsblatt (L 2026/1373, 24.6.2026); vorläufige Sicherheitsleistungen werden endgültig vereinnahmt. 🏭 Untersuchung ausgelöst durch INEOS-Antrag (24.4.2025); Verpflichtungsangebote von Lyondell und IDC abgelehnt. |
EU KOM | 01.07.2026 |
| New rules to protect EU steel industry from damaging impacts of global overcapacity enter into application Die EU führt am 1. Juli 2026 neue Schutzmaßnahmen für ihre Stahlindustrie ein, um sie vor der globalen Überkapazität zu bewahren. Die neue Regelung setzt Zolltarif-Kontingente auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr fest und führt einen Außerkontingent-Zoll von 50% auf 26 Stahlprodukte ein, während Freihandelspartner begünstigte Bedingungen erhalten. |
EU Trading News | 30.06.2026 |
| Council Regulation (EU) 2026/1465 of 25 June 2026 amending Regulation (EU) 2021/2283 opening and providing for the management of autonomous tariff quotas of the Union for certain agricultural and industrial products Der Rat passt mit der Verordnung (EU) 2026/1465 die autonomen EU-Zollkontingente für zahlreiche landwirtschaftliche und gewerbliche Waren an. Mehrere neue Kontingente werden eröffnet, andere erweitert, umbenannt oder geschlossen; die Änderungen gelten ab 1. Juli 2026. |
EUR-Lex | 30.06.2026 |
| Notice of initiation of an anti-dumping proceeding concerning imports of certain polyether polyols originating in the People’s Republic of China Die EU-Kommission leitet ein Antidumpingverfahren gegen Polyetherpolyole aus China ein, nachdem führende Hersteller wie BASF, Covestro und Shell am 8. Juni 2026 einen Antrag gestellt haben. Aufgrund erheblicher wirtschaftlicher Verzerrungen in China wird ein rechnerischer Normalwert anhand unverzerrter Preise aus Mexiko ermittelt, um massive Dumpingspannen zu prüfen. |
EUR-Lex | 30.06.2026 |
| Notice of the impending expiry of certain anti-dumping measures - Calcium silicon Die EU-Kommission gibt bekannt, dass der Antidumpingzoll auf Kalziumsilizium aus China am 25. März 2027 ausläuft, sofern keine Überprüfung eingeleitet wird. Europäische Hersteller können bis drei Monate vor diesem Datum einen schriftlichen Antrag auf Überprüfung stellen, wenn sie nachweisen, dass Dumping und Schäden ohne die Maßnahmen wahrscheinlich anhalten oder erneut auftreten würden. |
EUR-Lex | 30.06.2026 |
| Regulation (EU) 2026/1461 of the European Parliament and of the Council of 25 June 2026 on the non-application of customs duties on imports of certain goods Die EU hebt mit Verordnung (EU) 2026/1461 die Zölle auf Einfuhren von Hummer und verarbeitetem Hummer aus den USA ab 1. August 2025 auf, um ein 2020 vereinbartes Handelsabkommen fortzusetzen und gegenseitige Marktöffnungen zu sichern. Die Zollbefreiung kann von der Kommission ausgesetzt werden, falls die USA das Abkommen nicht erfüllen oder sich die Handelsbedingungen wesentlich ändern. |
EUR-Lex | 30.06.2026 |
| COMMISSION IMPLEMENTING REGULATION (EU) 2026/1457 of 29 June 2026 on the distribution of tariff quotas opened under Regulation (EU) 2026/1384 of the European Parliament and of the Council addressing the negative trade-related effects of global overcapacity on the Union steel market and amending Regulation (EU) 2020/2170 Die EU-Kommission verteilt mit der Durchführungsverordnung (EU) 2026/1457 die unter der neuen Stahlverordnung geöffneten Zollkontingente auf Herkunftsländer und Kontingentarten. Die Regelung gilt ab 1. Juli 2026 bis 31. Dezember 2026 und enthält detaillierte Quoten für 26 Stahlproduktkategorien. |
EUR-Lex | 30.06.2026 |
| REGULATION (EU) 2026/1455 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL of 25 June 2026 on the adjustment of customs duties on imports of certain goods originating in the United States of America and opening of tariff quotas for imports of certain goods originating in the United States of America Die EU und die USA setzen mit der Verordnung (EU) 2026/1455 einen neuen Rahmen für den bilateralen Handel um. Für bestimmte US-Waren werden die Zölle gesenkt oder ausgesetzt, während für weitere Produkte Zollkontingente eingeführt werden; die Regelung gilt ab 1. Juli 2026 bis 31. Dezember 2029. |
EUR-Lex | 30.06.2026 |
| Notice of initiation of an anti-dumping proceeding concerning imports of primary cells and primary batteries of alkaline manganese dioxide originating in the People’s Republic of China Die EU-Kommission leitet am 2. Juli 2026 ein Antidumpingverfahren gegen alkalische Mangandioxid-Batterien aus China ein, nachdem Hersteller wie VARTA erhebliche Dumpingspannen und wirtschaftliche Verzerrungen durch staatliche Kontrolle geltend gemacht haben. Die Kommission nutzt Thailand als Vergleichsland zur Normalwertberechnung, da sie China aufgrund staatlicher Marktverzerrungen bei Rohstoffen, Energie und Kapital als nicht angemessen einstuft. Interessierte Parteien können innerhalb von 10 Tagen nach Veröffentlichung Informationen zur Warendefinition (KN-Code 8506 10 11) einreichen. |
EUR-Lex | 02.07.2026 |
| US-Zölle: Bundesrat bekräftigt Absichtserklärung Schweiz - USA Der Schweizer Bundesrat bekräftigt am 29. Juni 2026 die Umsetzung der gemeinsamen Absichtserklärung mit den USA vom November 2025 zur Stabilisierung der Handelsbeziehungen. Die Schweiz wird bereits abgebaute Einfuhrzölle auf US-Produkte beibehalten und weitere Massnahmen in den Bereichen Normanerkennung (Medizinprodukte, Personenwagen, Konformitätsbewertung) und öffentliches Beschaffungswesen durch Verordnungsanpassungen umsetzen. Parallel erwartet der Bundesrat, dass die USA ihre in der Absichtserklärung festgehaltenen Verpflichtungen einhält, während die Verhandlungen über ein rechtlich verbindliches Handelsabkommen fortlaufen. |
CH-Zollverw. | 29.06.2026 |
| Sanktionen: Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat am 30. Juni 2026 die Auslegungshilfe für Sanktionsmassnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Situation aktualisiert. Die überarbeiteten Richtlinien sollen Unternehmen bei der Einhaltung der geltenden Sanktionsvorschriften unterstützen. |
CH-Zollverw. | 30.06.2026 |
| Ursprung – Freihandelsabkommen: Revidiertes PEM-Übereinkommen und Durchlässigkeit Die revidierte PEM-Ursprungsregeln gelten ab 1.1.2026 verbindlich in allen Freihandelsabkommen mit dynamischer Referenz (u.a. Schweiz–EU, EFTA-Abkommen). Die bisherige alternative Anwendung alter Regeln entfällt dann. Übergangsregelungen zur Durchlässigkeit ermöglichen unter bestimmten Bedingungen noch bis Ende 2028 die diagonale Kumulierung mit Vormaterialien nach alten Regeln. |
CH-Zollverw. | 30.06.2026 |
| From border to bust: sharpening Customs’ role in protecting society against drug trafficking Die Weltdollorganisation (WCO) hat auf ihrer 147./148. Ratssitzung die Rolle der Zollbehörden im Kampf gegen Drogenhandel geschärft und betont, dass Zusammenarbeit zwischen Zoll, Polizei und Justiz essentiell ist. Der Fokus liegt auf intelligenzgestützten Kontrollen, Technologieinvestitionen und koordinierter Strafverfolgung, um transnational organisierte Kriminelle zu zerschlagen, da synthetische Drogen und neue Schmuggelzielwege die Bedrohung verschärft haben. |
WCO | 30.06.2026 |
| World Customs Organization Secretary General Highlights Customs–Police cooperation at the INTERPOL Partners’ Conference 2026 Der WCO-Generalsekretär Ian Saunders betonte auf der INTERPOL-Partnerkonferenz 2026 in Lyon die Bedeutung der Zoll-Polizei-Kooperation zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und zum Schutz globaler Lieferketten. Die WCO und INTERPOL planen die Aktualisierung ihres Memorandums of Understanding und wollen ihre Zusammenarbeit durch koordinierte Operationen wie Operation Global Gateway und Operation Thunder vertiefen. |
WCO | 02.07.2026 |